Theresa ist hier bekannt wie ein bunter Hund. Sie engagiert sich im Schweizer Verein „Freundschaft mit Indien“ und ist bereits zum sechsten Mal hier im Bethsaida. Sie kennt viele der Angestellten und ihre familiären Hintergründe und unterrichtet sie auch regelmäßig in Deutsch. Ihr Verein, von dem es inzwischen auch einen deutschen Ableger gibt, unterstützt seit fast zehn Jahren die Hilfsprojekte hier vor Ort.
Genau diese vom Bethsaida initierten und finanzierten Projekte, waren für mich der Grund, mich für diese Anlage zu entscheiden. Denn so kann ich mit meinem Aufenthalt einen Teil dazu beitragen.
Heute habe ich mir das Waisenhaus der Jungen, das gleichzeitig auch eine Schule ist, persönlich angeschaut. Hier sind 250 Jungen im Alter zwischen etwa neun und 17 Jahren untergebracht. Die meisten von ihnen sind keine echten Waisen, sondern kommen aus sehr armen Familien und bekommen hier eine gute Schulbildung finanziert.
Wir treffen die Jungen nach dem regulären Unterricht und schauen uns ihre Klassen- und Schlafräume an. Die Regeln sind streng, aber so schafft fast jeder erfolgreich einen Abschluss und hat damit gute Chancen auf eine Ausbildung. Einige von ihnen wechseln danach vielleicht auf die Hotelfachschule des Bethsaida, andere wollen Fussballer wie Messi werden. Von dem 17-jährigen Febin behaupten die anderen, er würde einmal indischer Ministerpräsident werden. In der Tat, er ist sehr redegewandt und hält doch zum Abschied inne, um mich dann zu fragen, ob ich für ihn beten würde, er würde auch für mich beten.




