Auf Napoléons Spuren

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Aus der Badezimmerlüftung höre ich jemanden singen. Heute ist überall Musik und gute Laune in Aix-les-Bains angesagt. Gut für mich, denn mich hatte heute ein wenig die Melancholie gepackt, weil meine Reise so langsam aber sicher zu Ende geht.
Gestern musste ich Abschied vom Meer nehmen und habe mich gen Norden aufgemacht. Aix-en-Provence, Manosque, Sisteron bis nach Gap. Endlose Platanenalleen, verblühte Sonnenblumenfelder und dann die langsam näher kommenden Berge – auch Napoléon ist hier nach der Rückkehr aus Elba lang geritten, wie mir die Statue am Weg verrät. Jetzt waren hier unzählige Biker unterwegs.
Heute dann weiter durch die Hautes-Alpes über herrliche Straßen nach Grenoble und in den alten Kurort Aix-les-Bains, so ne Art französisches Baden-Baden, aber viel lebhafter.
Auf dem Lac du Bourget tummeln sich die Boote und im Zentrum sind fast alle Tische draussen besetzt. Ein paar Musiker ziehen durch die Straßen und verbreiten zusätzlich gute Stimmung. Ich genieße den schönen Abend bei Savoyer Spezialitäten und einem Rosé. Der Mann in meinem Badezimmer hat das offensichtlich auch getan…

Der Graf von Monte-Christo, Jean-François und ich

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Wo soll ich heute anfangen? Erstmal lieben Dank für all eure Glückwünsche 🙂 Leider kann ich momentan mal wieder nicht auf meinen FB-account zugreifen. FB ist auf dieser Reise immer schlauer als ich und sperrt ständig den Zugriff, weil ich mich laufend von anderen Geräten anmelde… ich hoffe aber, dass die verlinkung zum blog noch klappt!
Anfang, der zweite: heute morgen habe ich beschlossen, mal einen richtigen Touri-Tag zu machen und erstmal schön im alten Hafen von Marseille gefrühstückt. Da das Wetter nach wie vor toll ist und ich so gerne auf dem Wasser bin, wurde danach eine Bootstour nach château d’if gebucht. Als Kind habe ich den „Grafen von Monte-Christo“ verschlungen und hier soll Edmont Dantes
die 14 Jahre eingekerkert gewesen sein und dann schließlich den legendären Ausbruch geschafft haben.
Nicht geschafft hat es allerdings das Nashorn, das als Geschenk des Königs von Portugal – und der hatte es aus Indien geschenkt bekommen! – an den Papst gehen sollte. Das Schiff musste auf If einen Zwischenstopp einlegen und als es endlich weiterging, zerschellte es im Sturm und der Papst bekam ein ausgestopftes Rhino. Das sind doch Geschichten! Man soll auch wirklich keine Geschenke weitergeben!
Und Jean-François? Der erschien erst im Nachmittagsprogramm. Wie mir meine madame vom Hotel aufgemalt hatte, bin ich danach mit dem kleinen Zug – ja, ich im Touri-Zug! – zur Basilika Notre-Dame de la Garde. Ganz schön schlau meine Madame, denn die Basilika liegt hoch über der Stadt und in der Hitze den Berg hoch… und mit mir im Zug? JF! Er spricht mich auf die Aussicht an und die ist in der Tat atemberaubend. Ganz Marseille zu unseren Füßen. Und auch die Basilika haut einen innen wirklich um. Da sind wir uns einig und auch einig, danach gemeinsam das alte Viertel „le panier“ anzuschauen. Und schließlich sind wir dann auch noch zusammen essen gewesen, mit apéritif und allem drum und dran, richtig französisch halt 🙂 Da hab ich ihm dann erzählt, dass ich heute Geburtstag habe. Und so war es dann doch kein ganz normaler Tag, wie ich heute morgen noch gedacht habe.

Foto 3: Yoga? Nein, Fan-Shirt von olympique Marseille!

Von M nach M

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Montpellier hätte sicher auch eine längere Besichtigung verdient, aber auf eine weitere Nacht im Ibis – Kettenhotels wirklich nur im Notfall! – hatte ich keine Lust.
Also wieder auf die Sitzbank und los in Richtung Camargue. Schöne Strecke, aber überall Stau… und auch wenn ich daran vorbeifahren kann, macht’s nicht so viel Spaß. Nirgendwo hab ich die Hauptsaison bisher so gemerkt wie hier in Frankreich…
Ab Arles wurde es dann entspannter und da entdecke ich zufällig das Schild zur „Pont Van Gogh“ und mache den kleinen Abstecher. Dass es die Brücke noch gibt, wow! Ich bin echt begeistert, zumal ich sie ganz für mich alleine habe!
Dann: Marseille. Ankunft mitten im Berufsverkehr = Stau. Dieses Mal habe ich allerdings eine Hoteladresse und muss nur im Verkehr die nerven behalten.
Ich bin dann fast ne Stunde allein in der Stadt unterwegs, aber dann dieser Ausblick vom Zimmer auf die ganze Bucht inklusive Sonnenuntergang! Das Hotel Peron ist ein Art-Deco-Relikt und selbstverständlich schon seit Jahren überholungsbedürftig, aber dieser Charme… Madame hat bei meiner Ankunft gleich die komplette Stadtbesichtigung für mich auf dem Stadtplan aufgemalt – mit verschieden farbigen stiften. Ob ich mich morgen daran halte?
Nach zwei Tagen fahren bin ich heute erstmal wieder am strand gewesen und habe gelesen. Heute Abend wollte ich übrigens mal so richtig essen gehen, aber denkste. Kein Tisch zu kriegen, alles reserviert: Hochsaison!

Yoga im Sattel

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Gestern half mir meine yogische Gelassenheit. Und mir ist so richtig klar geworden, wie schön es ist, bisher eigentlich immer ausserhalb der Hochsaison unterwegs gewesen zu sein. Denn bis abends um halb 10 hatte ich noch keine Unterkunft. Früher waren wir ja immer im Auto unterwegs und darin konnte man ja notfalls auch pennen. Oder hatte ein Zelt dabei. Aber jetzt?
Dabei hatte der Tag so nett mit einem Cafe auf der plaza santa Susana in Girona angefangen. Weiter gings über die N 11 zur Grenze mit viel Verkehr in beide Richtungen. Viele Biker dabei und reges grüßen, was ich in Spanien ja quasi gar nicht hatte.
Als Ziel hatte ich mir Sete auserkoren und bin munter über perpignan, Narbonne und Beziers dort hin. Und ab dort und etwa 17h begann die suche nach einem Zimmer. Doch alles „complet“, Hotels, selbst die miesesten und auch die richtig teuren, und auch ein Gites, wo alle gerade gemütlich beim Abendessen saßen und ich kurz Hoffnung schöpfte, mich gleich dazu setzen zu können – rien!
So trieb mich meine suche schließlich bis Montpellier. Dort noch eine mittlere Odyssee durch die Altstadt – eine gigantische Baustelle, kein Hotel, langsam wurde es dunkel – und dann fand ich endlich ein blödes Ibis und bekam das allerletzte Zimmer!
Und trotz allem: bin total entspannt geblieben, OM!
Foto: letzte Rettung für mich und den Spanier: vor dem Ibis

Compañeros & Co.

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Heute morgen beim Mopedbeladen: ein älterer Spanier beobachtet mich und ich warte schon auf die frage, die mir langsam vertraut ist. Kurz bevor ich starten will, traut er sich dann: ob ich alleine mit dem moto unterwegs sei, ob wirklich ich selbst fahren würde usw. Das kenne ich ja jetzt schon gut und kann darauf mittlerweile in fließendem spanisch antworten. Doch dann kommt was neues: ob ich mir denn keinen compañero wünsche? Das ist jetzt weniger leicht und ich fürchte, meine Antwort hat ihn auch nicht wirklich zufrieden gestellt.

Obwohl ich das Land schon von vielen Reisen kenne, habe ich in den letzten Wochen gemerkt, dass eine Frau allein auf dem bike hier im Jahr 2011 immer noch Aufsehen erregt. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet, die Reaktionen haben mich manches Mal irritiert, aber meiner Liebe zu Spanien tut das keinen Abbruch.
Und jetzt heisst es trotzdem langsam Abschied nehmen von hier, denn ich bewege mich eindeutig Richtung französischer Grenze. Von Barcelona aus bin ich heute an der costa del maresme entlang gefahren und dann ins Inland nach Girona. Drumherum kenne ich hier ja auch schon einiges, aber Girona war für mich noch neu und wurde deshalb mein Etappenziel – und ein lohnenswertes! Sehr hübsche kleine Stadt mit arabischen Bädern, einem alten jüdischen Viertel und viel romanischer Architektur. Und wie fast immer guten Restaurants und Tapas-Bars – die werde ich echt vermissen! Denn auch für einen Nicht-Fleisch-Esser wie mich gibt es immer leckere alternativen. Deshalb bin ich eben noch mal schnell eingekehrt 🙂

So, ganz schön viel Text für auf der Mini-Handy-Tastatur… die letzten Tage hatte ich nur noch wi-fi, d.h. auch nur eingeschränkte Fotos ohne BU’s.
An der Stelle auch mal ganz lieben Dank für all eure Tipps und Kommentare. Ich freue mich jeden Tag darauf. Bleibt mir treu!

Kleines Rätsel

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In welcher Stadt war ich gestern am Strand?
Real Madrid gabs auch, aber a) die haben keinen Strand und b) für mich als Messi-Fan gingen natürlich nur die Barca-Chips!

Kultur am Abend

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Barcelona ist voll! Voller gehts, glaube ich, nicht! Wollte heute ins museo Picasso, weil ich das noch nicht kannte… wie gefühlte 100.000 andere auch… gut, die Nerven für die lange Schlange hatte ich aber nicht.
Bin statt dessen gefühlte 100km zu Fuß durch die Stadt und dann rauf auf den Montjuic – auch da war ich noch nicht – und hab den Ausblick genossen. Ich finds immer grandios von oben auf alles zu schauen. Auch den riesigen Hafen sieht man toll von dort. Gestern Morgen bin ich unten links angekommen und drei riesige Kreuzfahrtschiffe lagen gerade da.
Elena und ich haben unser Treffen auf morgen verschoben, sie hat heute ihre neue Wohnung gestrichen und wurde nicht so richtig fertig.
Und ich? War statt dessen im Kino um die Ecke. Bisschen Kultur sollte dann doch noch sein. Hab einen argentinischen Film gesehen „el hombre de al lado“. Cooler Film, und ich konnte immerhin soviel verstehen, um der Handlung zu folgen. Witzigerweise gabs auch eine Yogaszene… Danach noch ein vino tinto – auch das Kultur 🙂

Hace mucho calor

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Ziemlich k.o. bin ich heute früh hier an Land gegangen. Schlafen war kaum möglich auf den sitzen und ganze Familien lagen kreuz und quer auf dem Boden.
Na ja, um diese Zeit war zumindest wenig Verkehr in Barcelona und ich war schnell am Hostel. Konnte also schon mal das Gepäck abladen und mich umziehen. Ins Zimmer leider noch nicht, also erstmal wieder raus in die schwüle… Hace mucho calor… sí, y la humidad¡ Und dazu noch meine Müdigkeit.
Nach einem Kaffee, der mich aber nicht wirklich nach vorn gebracht hat, bin ich zum Markt und habs mit Vitaminen versucht. Super lecker die frischen Säfte dort, haben aber auch nichts daran ändern können, dass ich später auf ner Parkbank echt weggenickt bin… war echt schwer bis 15h durchzuhalten!
Morgen Abend treffe ich Elena, die ich im Mai bei einem Yoga-retreat auf Mallorca kennengelernt habe. Und mal sehen, wonach mir vor der Sinn steht. Gleich heißt es erstmal “ buenas noches“ für mich!

Hasta luego Eivissa!

Mit Blume schmecken die Pinchos noch besser 🙂

Heute Abend heisst es Abschied nehmen von Ibiza, denn um 18.45h geht meine Faehre ueber Palma nach Barcelona.
Zum Abschluss war ich gestern Abend mit Tamara aus meinem Sprachkurs noch lecker Pinchos essen. Tamara komm aus De Haag – irgendwie hab
 
Ohne Blume – dafuer nasse Haare und glaenzende Haut…

ich momentan einen Lauf mit den Hollaenderinnen – und gestern Nachmittag waren wir schon gemeinsam am  

Strand. Dort kamen wir unverhofft noch in den Genuss einer total entspannenden Rueckenmassage – alles ganz legal 🙂  
Mittwoch waren wir schon zusammen beim Yoga, denn auch
 
sie unterrichtet nebenher Yoga. Ist echt verrueckt, wie viele ich hier treffe, die gerne auf der Matte sind, aber liegt vielleicht auch an der Insel, hier laeuft echt viel in der Richtung und irgendwie passt es ja auch zu Hippie Island. Bald mehr vom Festland!

Café del Mar

Wo ich doch schon mal hier bin, wollte ich auch einmal am Café del Mar

sitzen, der Musik lauschen und dabei aufs Meer schauen. Also auf nach „rowdy San Antony“, wie Lonely Planet den Ort beschreibt. Vor fast zwei Wochen (irre!) bin ich dort ja mit der Faehre angekommen, aber gleich weiter. Und in der Tat,

Warten auf den Sonnenuntergang im Café del Mar

verpasst hab ich nix, ausser den Sonnenuntergaengen, die man auf dieser Inselseite sehen kann. Ansonsten jede Menge vom Partyleben gezeichnete junge Menschen und ein Ort, der genau davon lebt.

Aber den Sonnenuntergang,  
der heute wegen
bedecktem Himmel sehr milchig war, habe ich mir dann wie alle anderen auch
nicht entgehen lassen.
Ja, und vormittags war ich natuerlich in der Schule. Bin in einer Klasse mit drei Russen, einem Schweizer, einer Hollaenderin und einem Japaner, sehr lustig, wir lachen viel. Und gleich muss ich noch meine Hausaufgaben machen- los deberes!