Monatsarchiv: Juni 2015

Salam Ayman!

Ich bin in Jenin und damit auf palästinensischer Seite. Ein Sherut (minibus) hat mich gestern von Nazareth über die Grenze hierhin gebracht. Ayman ist der Besitzer des Cinema Jenin Guesthouse und ein kompetenter Führer durch das Flüchtlingscamp und die Altstadt. „Salam Ayman“ tönt uns überall entgegen, während wir unterwegs sind. Etwa 14.000 Menschen leben auf einer Fläche von etwa einem Quadratkilometer im Lager, mitten und nicht abgeriegelt vom sonstigen Stadtgebiet. (Da ich hier kaum die Hintergründe weitergeben kann: wer mehr erfahren möchte über die Intifada usw., bitte googeln).

Am Rand des Camps liegt das berühmte Freedom Theatre, dessen  Leiter 2011 von einem Unbekannten erschossen wurde. Ich hätte mir gerne ein Stück von ihnen angeschaut, aber die nächste Vorstellung ist erst morgen Abend. Auch das Cinema Jenin, zu dem das guesthouse gehört, ist international bekannt. Diverse Filmprojekte mit deutscher Unterstützung wurden hier realisiert (auch alles mal googeln, gibt auch eine deutsche Website!). Und auch Ayman hat schon in einem Film mitgespielt.

Unser Rundgang endet mit Knafeh, natürlich ebenfalls bei Freunden von Ayman . Das Gebäck mit Käse und Honig ist unglaublich lecker und ersetzt locker mein Abendessen. Shukran Ayman, danke Ayman, für die Zeit in Jenin!

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Haifa von oben

Die Dinge haben sich ein wenig überschlagen in den letzten Tagen:  höchste Zeit für ein Update! Nein, ich bin hier nicht generell mit dem Fahrrad unterwegs – nur einen Tag in Tel Aviv – und leider auch nicht mit dem Motorrad. Meine Recherchen vorher ergaben, dass es überhaupt nur einen einzigen Verleiher gibt und die Preise jenseits meines Budgets liegen. Aber wie es so ist, lernte ich im Hostel in Jaffa zwei Biker kennen, die hier leben und mir erklärten, das sei ja wohl kein Hindernis. Ich hätte mich doch auf dem Landweg nach Piräus aufmachen und von dort die Fähre nach Haifa nehmen können. Womit sie natürlich Recht haben. Alles nur eine Frage der Zeit.

Haifa war allerdings ein gutes Stichwort, denn das war ohnehin mein nächstes Ziel. In der größten Hafenstadt Israels hätte ich also mit dem Bike per Schiff ankommen können, wie schon die ersten deutschen Templer im 19.Jh. und all die Flüchtlinge, die mit Beginn der Naziherrschaft gezwungen waren, Europa zu verlassen. Haifa besitzt einen natürlichen Hafen und die Stadt zieht sich den steilen Mount Carmel hinauf. Natürlich wollte ich den Blick von ganz oben haben und da bekam ich passenderweise Besuch aus Tel Aviv. So kurvte ich dann doch auf zwei Rädern, wenn auch nur als Sozia, den Berg hinauf – auf der Rückbank einer Teneré und selbstverständlich mit Helm! Grandios war’s!

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Tel Aviv Street Art

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Die Jaffa-Kiste gibt’s nicht mehr

Als Orangen noch Apfelsinen hießen, war die dazugehörige Kiste das Symbol für unkonventionelle Einrichtung. Heute kommen aus Jaffa oder Yafo, wie die Israelis sagen, längst keine Orangen mehr, aber die über 4000 Jahre alte Stadt ist mehr als sehenswert und auch ein perfekter Standort um Tel Aviv zu erkunden – am besten mit dem Rad!

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