Heute wartete nochmal ein harter Brocken auf mich. Mit zwei ehemaligen Soldaten waren wir unterwegs ins palästinensische Hebron. „Breaking the silence“ engagiert sich gegen die Besetzung der Westbank durch Siedlungsprojekte. Alle haben ihren 3-jährigen Militärdienst absolviert und in dieser Zeit realisiert, dass sie immer wieder gezwungen waren, Aktionen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung durchzuführen, auf die sie in keiner Weise vorbereitet waren. 2004 hat eine Handvoll Ex-Soldaten die Organisation gegründet und seither über 1.000 persönliche Aussagen von Soldaten gesammelt.
Touren führen regelmäßig nach Hebron, da die Lage dort besonders extrem ist. Die israelischen Siedlungen befinden sich an fünf Stellen inmitten der Stadt und schneiden die Palästinenser von großen Teilen ihrer eigenen Stadt ab. Die ehemalige Hauptstrasse dürfen sie nicht mehr passieren und weite Teile des früheren Zentrums gleichen einer Geisterstadt. Vier Stunden waren wir mit unseren beiden Guides unterwegs, ständig beobachtet und verfolgt von Militär und Polizei. Die Geschichten, die wir währenddessen hören und selbst erleben, sind harte Kost, doch die Anwesenheit von neutralen Beobachtern ist für die Palästinenser ein wichtiges Zeichen und ich mag die Hoffnung nicht verlieren, dass die Besatzung eines Tages vielleicht doch ein Ende haben wird.




