Tagesarchiv: 23. Juni 2015

Einatmen, ausatmen und staunen

Der Desert Ashram ist definitiv der abgefahrenste Ort, an dem ich bisher Yoga gemacht habe. Vom Yoga Dome aus ist nichts als unendliche Weite zu sehen, nachts überspannt ein surrealer Sternenhimmel das Areal.
Bei 43 Grad tagsüber unterrichtet Roni uns morgens um 6.30 und dann nochmal um 17.30. Dazwischen gibt’s Meditation im klimatisierten Raum „Samadhi“ und reichlich Gelegenheit, die Ashram-Bewohner kennenzulernen. Wie man es sich vorstellt, ein buntes Völkchen. Hinzu kommen ungezählte Katzen, über die Tische spazierende Hühner, schreiende Pfaue und jede Menge Hasen. Komme mir vor wie Alice in Wonderland. Hier darf jeder sein, auch mein Mattennachbar im Workshop, der nur spärlich mit einem Tuch bekleidet ist. Nach einer kürzlichen Tantra-Woche hier, hatte er sich von diesem Wochenende offensichtlich Ähnliches erhofft und versuchte bis zum Schluss, mich oder eine der anderen Frauen für zumindest einen Blick unter sein Tuch zu gewinnen…. Vermutlich kommt Yoga für ihn künftig nicht mehr in Frage.

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5:38h: Sonnenaufgang

Beware of Camels near the road

Mein nächster Trip startet auf dem Beifahrersitz eines roten Käfers, Baujahr 1974. Sergey nimmt mich mit von Tel Aviv in die Negev-Wüste. Unser Ziel ist der Desert Ashram, wo wir ein Wochenende lang unsere Yogamatten ausrollen. Knappe vier Stunden dauert die Fahrt, selbstverständlich originalgetreu ohne Klimaanlage. Dafür gibt es einen im Fußraum eingebauten Ventilator und geöffnete Ausstellfenster sowie die unbezahlbare Erinnerung an mein erstes Auto, noch dazu im gleichen Rot.

Kamele haben wir unterwegs keine gesehen, trotz der vielen Warnschilder. Aber eine Landschaft, die sich hinter Beer Sheva immer mehr zur gigantischen Kulisse eines Science-Fiction-Films wandelte. Als führe man durch ein nicht endendes Braunkohle-Abbaugebiet,  dabei den heißen Wüstenwind im Gesicht und das Shirt am Kunstleder klebend (ich hatte damals immerhin schon Stoffsitze 😉 Etwa 70 km vor Eilat ist die Wüste nur noch flach und endlos und mitten im Nirgendwo biegen wir links ab. „Oh my Buddha“ steht am Eingang – wir sind da!

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