Monatsarchiv: Juli 2013

No sun, no power, no worry

Hari, mein Tuctucfahrer, erwartet mich um 5.30h. Sonnenaufgang am Taj Mahal ist geplant. Halb Agra scheint so früh schon unterwegs zu sein, es wimmelt bereits vor Menschen, Tieren und den üblichen Verkehrsmitteln. Rein durchs Westgate und dann endlich DER Blick! Allein die Sonne weigerte sich, wahrscheinlich weil die ganze Schönheit dann gar nicht auszuhalten gewesen wäre. Es ist auch so der Wahnsinn!

Dann erstmal Frühstück, bevor es zum Roten Fort geht. das ist noch bedeutender als das in Delhi und ein Labyrinth von Palästen und Moscheen. Baby Taj heißt unsere nächste Station im Volksmund, weil es die kleine Ausgabe des TM ist. An Mausoleen mangelt es hier wirklich nicht und so müssen viele Fotos gemacht werden. Für indische Familien war es aber heute genauso spannend ein Erinnerungsfoto mit der westlichen Frau zu bekommen und wir haben viel gelacht dabei.

Später bringt Hari mich auf die andere Seite des Yamuna und tatsächlich werde ich dort noch mit einer wunderbaren Aussicht auf ein Taj in der Nachmittagssonne beschenkt.

Nach 8 Stunden Stromausfall gibt es nun auch wieder power, im Laufe des Tages klärt sich doch irgendwie alles, don’t worry.

Blaue Stunde in Agra

Heute mach ich’s kurz, weil das Netz so instabil ist. Mit dem Zug ging’s nach Agra – kleiner Vorgeschmack auf meine Nachtfahrt übermorgen. Bei Ankunft sturzbachartiger Regen, tuctuc aber da, Klamotten gewechselt, rauf aufs Dach und dann ein kühles Kingfisher – Taj Mahal (morgen!) in der Dämmerung im Hintergrund.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf zwei Rädern durch Old Delhi

Mein dritter Tag: Delhi für Fortgeschrittene. Langsam gewöhne ich mich an die extrem feuchte Hitze. Mein Zimmer hängt inzwischen voller Bügel mit Klamotten zum trocknen…
Heute war ich allerdings schon ganz schön früh ganz schön durchgeschwitzt. Um 6.30h war Treffen zur Fahrrad Tour durch Old Delhi angesagt. Ich klebte bereits bevor ich überhaupt im Sattel saß.
Delhi by cycle heißt das Abenteuer. Wir starten so früh, um uns nicht dem allerschlimmsten Verkehr auszuliefern und erleben so, wie die Bewohner Old Delhis in den Tag starten. Shashi und Mukesh sind unsere guides und lotsen uns durch die Altstadt. Wir fahren klingelnd durch engste Gassen und erleben einen Angriff auf alle Sinne. Haarscharf vorbei an schlafenden Menschen, spuckenden Menschen, Menschen, die sich waschen, die ihre Wäsche waschen, die

Am Chawri Bazaar

Am Chawri Bazaar

Warten auf ein Frühstück für Obdachlose

Warten auf ein Frühstück für Obdachlose

Warten auf Kundschaft beim FriseurFrischer Chai!Cow shelterShiva alias Krishna: deshalb sind Kühe heilig rasiert werden, Kinder, die auf dem Weg zur Schule sind, andere auf dem Weg, etwas zu verkaufen, die direkt vor der Tür verkaufen, Obst, Gemüse, Rohes, Gekochtes, Schweinefüße, Hirn, ganze tote Tiere, dazwischen angebundene Ziegen, Widder, frei laufende Affen, keine Zeit zum Atemholen!
Natürlich werden auch wir beäugt, mal misstrauisch, mal neugierig, ganz oft aber auch mit einem schnellen Winken und einem Lächeln, das ich mitnehme.
Wir radeln bis zum Yamuna, nach dem Ganges der zweitheiligste Fluss Indiens. In Delhi ist er ein toter Fluss, verseucht mit allen Abwässern der Stadt, was der Verehrung aber nicht entgegensteht. In der Nähe befindet sich auch ein Cow shelter, wo kranke und missgebildete Kühe ihr Gnadenbrot bekommen.
Nach all den Eindrücken haben wir uns jetzt eine erste Stärkung verdient und trinken einen frisch zubereiteten Chai Tee. Dann wieder aufs Rad, zurück ins Gewusel der Gassen. Dort wartet zum Abschluss nach drei Stunden ein echt indisches Frühstück auf uns.
PS: in der Altstadt selbst habe ich aus Respekt nicht fotografiert.

From dusk till dawn

Ich habe zwei neue facebook-Freunde. Sie sind 18 und 21 Jahre alt und mächtig stolz, jetzt eine Freundin in Deutschland zu haben!
Deepak geht noch zur Schule und arbeitet abends im Restaurant seines Bruders. Dort war ich zum Essen – sehr lecker! – und kam mit ihm ins Gespräch über Musik und Motorradfahren, Pakistanis und Pandits („the Indian Jesus“), Familie und Freunde. Sein Freund wurde per SMS über mich informiert und tauchte dann auch kurzerhand auf, um die deutsche Frau zu sehen.Beim nächsten Mal könne ich auf die beiden auch als Travel Agents zurückgreifen. Na, also!

Wie eine Sehenswürdigkeit habe ich mich auf meiner eigenen sightseeing-Tour heute öfter gefühlt. Indische Menschen, besonders Frauen, haben mich mehr oder weniger heimlich fotografiert, manche auch ganz ausdrücklich gefragt. Erst fand ich’s noch befremdlich, aber im Sinne der friedlichen Völkerverstandigung hab ich später immer ganz souverän gelächelt.

Rotes Fort, Jama Moschee, Lotustempel, Humayun’s Tomb – alle hab ich mir heute angeschaut. Kein Verkehrsmittel gescheut, die Sonnenbrille innen beschlagen (!), vier Liter Wasser getrunken, Polizeieinsatz erlebt, einem kleinen Mädchen auf die Rolltreppe geholfen, Abzocker abblitzen lassen (nicht einfach!) und den Cricketkapitän der Delhi Daredevils kennengelernt: das war mein Tag und das soll für heute reichen!

Happy in Delhi

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Die Sonne dreht ihre Runden – und ich meine

… dieses Mal in Indien. Morgen gehts los!

MT so far2