Tagesarchiv: 17. August 2011

I am happy to meet you

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Von gestern auf heute hat sich die Landschaft mächtig gewandelt. Entlang der Straßen, die in meiner Karte alle grün markiert waren, lagen gestern morgen malerische Bergdörfer, Kühe auf den Weiden, der Geruch von frischem Heu – Heidi pur!
Nach und nach fuhr ich wieder in flachere Gefilde, verließ den Jura und übernachtete in Besançon. Besançon… das erinnerte mich an die ersten Ferien in Frankreich und Spanien. Auf der Rückfahrt, die „autoroute du soleil“, das klang noch irgendwie nach Urlaub, aber dann Besançon, Mulhouse… da war Deutschland nicht mehr weit und die Ferien bald zu Ende.

Wie auch jetzt. Aber dieses Mal nutze ich die Chance für einen stopp und mache abends noch eine kleinen Rundgang durch die Altstadt. Viel sehe ich nicht mehr und will heute morgen noch ein wenig herumstreifen. Aber es kommt mal wieder anders.
Ich frühstücke eigentlich nie im Hotel sondern nehme lieber einen Kaffee, und was auch immer dazu, draussen. Heute morgen sass ich also vor dem alten Rathaus und am Tisch neben mir eine Frau. Sie dreht sich eine Zigarette und fragt mich nach Feuer. Da kann ich nicht helfen und nach ein paar Fragen zu mir, ob ich Urlaub mache, wo ich herkomme, die sie mir jetzt auf englisch stellt, ist unser Gespräch erstmal beendet.
Ich hole mein Notizbuch heraus um die letzten Tage mal wieder ein wenig nachzuhalten, da höre ich plötzlich „I am happy to meet you“. Ich lege mein Notizbuch auf Seite und erfahre in der nächsten halben Stunde, was sie bewegt, was sie fröhlich macht, was sie traurig macht. Die reine Lebensphilosophie, unverlangt eingesandt – was ist dagegen eine Stadtbesichtigung? Are YOU happy, bei ihr klingt es immer wie äppy, fragt sie mich zum Schluss. Ich denke, wann fragt man das mal einen anderen wirklich ehrlich?