Monatsarchiv: Juli 2011

Die Liebenden von Teruel

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Bin auf dem weg nach Valencia und habe in Teruel Station gemacht. Die Strecke hierhin fast wie in den USA… Bei fast genau 2000 km im nirgendwo getankt. Die kleine läuft nach wie vor tadellos, quasi kein Ölverbrauch, kette und Luft kontrollier ich natürlich regelmäßig! Und sonst gäbs auch hier um die ecke wieder einen Moto Honda.
Teruel lohnt einen stopp. Die Altstadt ist fast komplett im Mudejar-Stil (googlen 😉 und hat eine Herz zerreißende Liebesgeschichte – Les amantes, so ne Art Romeo & Julia – zu bieten.

Ich habe Jesus getroffen…

… er ist etwa Mitte 50, faehrt Mountainbike und arbeitet ansonsten bei Opel in Zaragoza!Ich traf ihn heute im Expo-Park am Ebro. Habe mir ein Fahrrad geliehen, bin dorthin geradelt und habe meine Matte direkt am Ufer ausgerollt, wie Ihr unten seht. Jesus war neugierig, was ich dort mache und ja, dann haben wir den ganzen Parque del Agua zusammen beradelt und er hat mir alles erklaert. Die ganze Anlage wurde damals fuer die Expo – Thema Wasser! – gebaut und ist heute natuerlich ein beliebtes Freizeitziel. Man kann dort echt alles, was irgendwie mit Wasser zusammenhaengt, machen und sehen – und wenn man dann noch einen kompetenten Fuehrer hat 🙂

So, und falls ich hier jetzt mal problemlos hochladen kann (kaempfe schon wieder mit einer merkwuerdigen Tastatur) gibts jetzt noch die versprochene Diashow von hier:

Die coole Schwester (Geschenk meines Bruders!)passt auf mein Moped im Hof auf

ok, nach Foto 1 wirds schon wieder schwierig 😦 mal sehen…

In der Basilika kuesst man fuer alle Faelle die Fuesse einer Jesus-Statue

Ohne Botox im Aljafaria-Palast - Vorbild fuer die Alhambra in Granada

... es gibt sie!

Alma del Ebro - die Seele des Ebro

Matte muss sein!

... und danach erschien Jesus!

„soy un yogi“

Unglaublich, aber wahr. Antonio ist ein Yogi! Ich schwoere, ich habe noch nix von mir erzaehlt, da erfahre ich von seinen drei Reisen nach Indien in einen Ashram bei Bangalore! Und wenn einer garantiert nicht danach aussieht, dann er. Doch der Reihe nach. Ich habe mir also gestern kurz entschlossen noch  Goya angeschaut, da kommen wir vor einem der Gemaelde ins Gespraech ueber Gott und die Welt. Als wir uns dann ein zweites Mal ueber den Weg laufen, fragt er mich, ob ich vielleicht spaeter mit ihm essen gehen wuerde. Und da ich ja nun nichts anderes vorhabe und ich mich auf meine Menschenkenntnis in der Regel verlassen kann,  verabreden wir uns.

Und so habe ich dann den Abend nicht alleine verbringen muessen, typisch aragonesisch gegessen und erfahren, dass der Wachmann Antonio regelmaessig Yoga macht und meditiert. Als erstes gabs Tapas und dazu das Bekenntnis „Yo soy un Yogi“ und ich waer fast vom Barhocker gefallen, incredibile! So war’s wirklich ein sehr unterhaltsamer Abend und sehr witzig sich auf Spanisch-Sanskrit zu unterhalten! Das sind dann die Momente auf Reisen, dich ich definitiv nicht missen moechte.

Auch das Hostel ist echt cool und so werde ich auch noch bis Montag hier bleiben. Eben habe ich mit zwei Amerikanern und einem Australier gegessen und mich vorher lange mit der Koreanerin auf meinem Zimmer unterhalten. Es ist immer wieder spannend, wer so unterwegs ist und welche Geschichten man dabei erfaehrt. Linju aus Korea ist hier heute einem Exhibitionisten begegnet und war zutiefst geschockt, klar! Nebenbei habe ich aber auch noch ganz viel ueber Korea erfahren.

PC’s gibts hier sogar umsonst, allerdings ohne USB, so dass ich keine Bilder hochladen kann. Mittlerweile bin zwar auch auf dem Handy im Wi-Fi-Bereich recht schnell, aber da kann ich dann ja  immer nur die Fotos aus dem Handy hochladen… also irgendein Hindernis gibts immer, Fluch der Technik halt. Mal schauen, wie ich das loese. Vielleicht gibts also morgen auch wieder was fuer die Augen.  Buenas noches!

Waschen inklusive

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Seht ihr dieses Getränk? Cafe con hielo. Mein LieblingsGetränk in Spanien, wenn es heiß ist und das ist es in Zaragoza. 36 Grad!
Ich habe mich mal wieder im youth hostel einquartiert u bin in einem alten Palast mitten im Zentrum, echt grandios, konnte sogar das bike im hof parken-sonst ist parken immer ein Thema. Und im hof neben den Bierzelt Garnituren hängt jetzt auch meine Wäsche, hier passt echt alles und die Stadt gefällt mir auf Anhieb, nicht nur deshalb. War ja auch mal Expo-Stadt u ich erinnere mich, dass die damals irgendwie das Thema Wasser hatten… das sieht man überall u die Gebäude sind der Hammer.
Es gibt sogar mehrere Yogaschulen, aber meine Recherchen haben ergeben, dass die alle samstags u sonntags keine Kurse haben…? Sehr schade, dann gehe ich morgen halt in den park.
Und jetzt muss ich Schluss machen, denn ich habe gleich eine Verabredung. Ich treffe mich mit Antonio, der im Museum arbeitet, wo ich mir eben noch spontan die Goya-ausstellung angesehen habe. Morgen mehr:)

Wherever I lay my mat that’s my home

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… und platz gabs im 3er ja!
Da Senor O. ein moderner Mann ist u wi- fi hat, noch ein kleiner nachschlag zu Bilbao. Als großer Spanien-Fan kannte ich die Stadt schon und si, claro auch das Museum G. (Beides lohnt sich sehr, auch die leckeren Pintxos!) Und eigentlich wollte ich ja von dort weiter nach San Sebastian.
Nun schaue ich mir erstmal die Städte an, die ich noch nicht kenne und so schmiege ich mich gleich wieder zwischen Gepäck u tankRucksack und steuere Zaragoza an.

Sol y vino

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Senor Pedro Garcia Oruezabal steht schon auf der straße als ich vor der Pension in Logrono ankomme. Er wartet auf mich, hat aber offensichtlich nicht mit einem bike gerechnet und guckt ganz grimmig. Als ich ihm sage, wer ich bin und er spanische Worte hört, packt er dann aber doch seinen ganzen Charme aus… ob ich alleine sei? Das Zimmer habe 3 betten! Großartig, das passt ja schon mal!
Senor O. gibt mir noch nen stadtplan u auf gehts in die Hauptstadt des Rioja. Bin heute über Vitoria-Gasteiz und das Ebro-Tal gefahren. Tolle Strecke, vorbei an den ganzen bekannten Weingütern. Und die ersten Storchennester habe ich gesehen und überhaupt: die sonne schien!
Nur schade, dass ich keinen… Wein mitnehmen kann, dabei gibts hier extra biker-Wein…
Logrono kannte ich noch nicht und wird hiermit wärmstens empfohlen. Sehr schöne Altstadt mit vielen tapas-Bars und natürlich vino de Rioja, den ihr vor mir seht. Und hinter mir: blauer Himmel 🙂

al sur

Heute morgen habe ich mir beim Cafe con leche die Wettervorhersage in „El Mundo“ angeschaut:

An der Kueste ist weiterhin nur Regen angesagt… Gestern hatte ich echt ein Stimmungstief wegen des Wetters. Es hat wirklich bis zum fruehen Abend durchgeregnet und es machte wenig Spass draussen unterwegs zu sein. Mein Alternativprogramm sah so aus, dass ich etwa eine Stunde in einer Buchhandlung in „España en moto“, der Bibel fuer Motorradfahrer, gelesen habe… viele tolle Routen, jetzt muss ich mich nur noch entscheiden… und – das jetzt mal ueberlesen, Jungs – eine Haarkur gekauft habe. Ja, so verzweifelt war ich! Aber davon ab, meine Haare konnten es nach Helm, Wind und REgen doch auch vertragen 🙂

Als der Regen dann abends tatsaechlich mal nachliess, bin ich zum Guggenheim Museum, wo Arcade Fire spielten. Ich haette durchaus noch eine Karte kaufen
koennen, hatte aber in Abstimmung mit den Ordnern;-) einen so grandiosen Platz, dass ich sogar super sehen konnte. Und als sie „No cars go“ gespielt haben (Gruss an Nico!!!), hatte der gestrige Tag dann doch noch einen Hoehepunkt – also von der Haarkur mal abgesehen! Schrieb uebrigens auch „El Mundo“ heute morgen, zumindest, was ich verstehen konnte.

So, und nun mache ich mich auf der Suche nach Sonne weiter Richtung Sùeden auf, auf einer Route aus der Motorradbibel.

Hammer, oder?

… und wieder Regen :-(

Hola de Bilbao! Fuer alle, die mehr sehen wollten, hier nochmal zwei Fotos von der Ueberfahrt:

meine Kleine unter Grossen...

 

 

 

 

 

 

 

... nachts irgendwo vor Frankreich

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Ankunft in Santander spanische Sonne und weil ich die Nacht auf der Faehre nicht wirklich gut gepennt habe, fahre ich nur bis Laredo und geniesse die Sonne am Meer. Nach einer Nacht im „Hostal Rosi“ gibt es morgens eine Yogaeinheit am Strand und wie ihr seht, sind die Wolken schon sehr dunkel.

OM!

Der Strand dort ist echt endlos und bei schoenem Wetter noch viel toller…

Unterwegs auf der N634 – parallel zum Atlantik und bei gutem Wetter bestimmt traumhaft zu fahren – dann heftiger Regen und Gewitter. Da hab ich dann doch unter einer Bruecke Schutz gesucht. Das Wasser lief nur so die steilen Strassen runter, rundum blitzte und donnerte es, und nur den Santiago-Pilgern gings noch schlechter als mir… wir standen dann schoen alle gemeinsam unter der Bruecke…

War froh,dass ich mir als heutiges Etappenziel auch nur Bilbao vorgenommen hatte, denn es regnet immer noch. Hasta luego!

Goodbye England!

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Melde mich live über Internet@sea. Vor 4 stunden haben wir in Plymouth abgelegt, ausser mir noch etwa 100 weitere Bikes. Das war ne Kulisse im Hafen, mehrere Harley-Gangs darunter, noch nie so viele tatoos auf 2 rädern gesehen. Und ich bin definitiv die einzige deutsche an Bord, nachdem ich vergangene Woche echt viele getroffen habe.
Aber weil ich auch auf 2rädern unterwegs bin, gehöre ich natürlich dazu und bekomme sofort ein Bier ausgegeben… und alle fragen ob ich on my own unterwegs bin. „Good girl“ heißt es dann und weitere Getränke wären jetzt möglich 🙂
Nachdem Frau und maschine sich jetzt richtig auf links eingegroovt haben, gehts nun nach Spanien. Die Woche war toll und es gibt noch viel mehr zu erzählen, aber irgendwann bin ich ja zurück und dann gibts auch mehr!
Und noch was: ich hab hier bliss gefunden.

super-glued biker boots

Mit dem internet access ist hier alles nicht so einfach. I. Cafes gibts nicht (nicht mehr?), der ein oder andere Laden oder auch mal ein Hostel wirbt mit Wi-Fi, aber a) ist meist die Verbindung wenig stabil, weil die Waende immer dick sind und b) auf dem smartphone laenger schreiben ist die Hoelle.

Also bin ich auf Bibliotheken angewiesen mit eingeschraenkten Oeffnungszeiten und begehrten PC-Plaetzen. Habt deshalb Verstaendnis, dass ich die Zeit dann nutze und leider nicht einzeln auf eure Kommentare – die ich echt geniesse zu lesen 🙂 – antworte.

Den vorgestrigen Nachmittag habe ich in St. Ives verbracht, ein Bilderbuchort, der demzufolge auch von Touris wimmelt. Die meisten hielten sich aber in den Shops auf und da bin ich ja komplett raus – due to limited space. Und total yogisch natuerlich – frau braucht das alles ja nicht. Ich habe stattdessen am Strand gelegen und dem Konzert der Salvation Army gelauscht. Um das noch zu kroenen, hat es den ganzen Tag nicht geregnet.

Wettermaessig wars dann auch gestern ganz o.k., als ich nach Land’s End gefahren bin. Der Englaender sieht’s eh gelassen und sagt immer hoffnungsvoll „it clears up“. Ja, so sind sie und immer superfreundlich. Jeden Morgen beim Bikepacken gruesst mich wirklich jeder, der an mir vorbeikommt – egal wo. Und noch was Suesses: Im letzten Dorf vor Land’s End ein grosses selbstgemaltes Schild an der Laterne: Watch out – deaf cat around! Grossartig, oder?

In Land’s End kam dann sogar mal wieder richtig die Sonne raus – am 8. Juli, damit das auch auf allen Fotos festgehalten ist. Und eine weitere Herausforderung wartete auch schon auf mich… nach den all den treuen Jahren wollte sich ausgerechnet jetzt und dort die Sohle meines linken Stiefels verabschieden.

Mist...

In Helston habe ich das dann bei Thomson „Great Service-great people“ kleben lassen.

„I super-glued it“ sagte der Thomson-Mann zu mir und wollte fuer diesen wahrscheinlich spannendsten Auftrag des Tages auch keinen einzigen Pence haben 🙂

Weiter nach Lizard Point, wo ich in einem Hostel mit Meerblick uebernachtet habe. Im einsamen Planeten stand: Views have to be seen to be believed. Und ja, es war wirklich awesome and breathtaking. Dort habe ich auch Svenja wiedergetroffen, mit der ich in Penzance schon das Zimmer geteilt habe und gemeinsam mit ihr den gestrigen Abend im oertlichen Pub „Top House Inn“ verbracht, mit Fish & Chips, Lager und einer strawberry sensation als Dessert.

Heute nochmal Station in Boswinger und morgen dann nach Plymouth auf die Faehre. See you!!!